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13.07.2020
Die FW-GBV Fraktion zum Raumordnungsverfahren - Brenner Nordzulauf

 

Von der FW-GBV wurde am 13.07.2020 folgende Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren eingereicht:

 

Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren Brenner Nordzulauf

 

Gemeinde Großkarolinenfeld,

Regierung von Oberbayern,

 

am 24. und 25. Juni 2020 informierte die Fraktion der FW-GBV, Freie Wähler -  Bürgervereinigung Großkarolinenfeld alle Gemeindebürger über den Ablauf und die Möglichkeiten der Einflussnahme auf das Raumordnungsverfahren zum Brenner Nordzulauf. Es wurde im Rahmen der Fraktionssitzung am 08. Juni 2020 einstimmig beschlossen  mit 2.500 Flyern alle Gemeindebürger zu kontaktieren und die Möglichkeit der Rückmeldung zu geben. Es kamen 72 Antworten zurück. Davon beziehen sich offensichtlich 21 auf die Trassen gelb und oliv, 10 auf die Trasse türkis und 41 auf die Trasse violett mit Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld.

Neben der Absicht jedem Bürger eine einfache Möglichkeit der Beteiligung zu geben war es nicht die Erwartung ausführliche und erschöpfende Stellungnahmen zu generieren. Vielmehr ist es wichtig die gesamte Bandbreite der Argumente und Perspektiven auf das Vorhaben zu bekommen. Das ist uns gelungen!

Wenn auch viele Bürger die eigene Betroffenheit nur mit wenigen Stichworten zum Ausdruck brachten, so konnte dennoch auch eine große Menge von ausführlichen Beschreibungen zu raumordnungsrelevanten Themen generiert werden.

Die Struktur des Fragebogens geht auf die 18 Themen der allgemeinverständlichen nicht-technischen  Zusammenfassung der Reg. von Oberbayern  zurück. Die Themen, welche in den Rückmeldungen der Bürger am häufigsten mit Inhalt gefüllt wurden, werden in  unserer Stellungnahme näher ausgeführt.

 

Die Ausführungen zu den nachfolgenden Themen betreffen alle Trassen gleichermaßen.

 1. Trassen-Übergreifende raumordnungsrelevante Aspekte: 

 

  • Raumentwicklung (6):  Die Bürger und die Gemeinde werden durch die zusätzlichen Gleise und Verkehrsflächen in der Planung des Gemeindegebietes beschnitten. Große Teile der heute noch freien Flächen werden  von den Trassen beansprucht und können nicht mehr anderweitig verwendet werden, z.B. als Wohnbaufläche oder als Naherholungsgebiet.                                                                                                                                     Ein großer Umgriff kann wegen der entstehenden Immissionen, vor allem dem Lärm, nicht mehr in der gewünschten Art genutzt werden. Zudem sind durch die Bahn für die beanspruchten Flächen entsprechende Ausgleichsflächen zu beschaffen, die nur in einem genau festzulegenden Rahmen genutzt werden können.
  • Anpassungder Infrastruktur, Straßen und Wege, Versorgungseinrichtungen, Wasserleitungen (Fragebogen Ziff. 1): Der Bau der Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld würde ebenso wie die Baustellen zur Errichtung der Varianten gelb, oliv, türkis und violett große, stark befestigte Straßen benötigen, um die Baumaterialien mit den LKWs darauf zu transportieren und die Baustellenfahrzeuge dort aufzustellen. Dafür sind die bestehenden Straßen nicht geeignet. Teilweise sind nur einfache Wirtschafts- und Feldwege mit einer schwachen Kiesschicht auf moorigem oder Seetonuntergrund vorhanden. Diese werden, sofern Sie nicht vorher entsprechend verstärkt, erweitert und besser befestigt werden, durch die Baustellenfahrzeuge zerstört. Es müssten bereits vorher breitere und besser befestigte Straßen mit einem massiven Unterbau angelegt werden.                               Aufgrund der dichten Besiedlung und kleinstrukturierten Flächen hat die Gemeinde ein sehr feingliedriges Wege- und Infrastrukturnetz. Jeder einzelne Weg, jeder Graben und jede Entwässerungsleitung hat seine eigene Funktion, die unbedingt wieder hergestellt werden müssen. Die Wiederherstellung wird wegen den noch jahrelang nachwirkenden Setzungen nur teilweise auf Anhieb erfolgreich sein und es wird des Öfteren nachzubessern sein.
  • Bauzeit, Bauabwicklung, Umgebungssensibilität (2): Große Areale außerhalb der eigentlichen Trasse werden über Jahre hinweg zur Zwischenlagerung von Aushub, Lagerung von Baumaterial, zum Abstellen von Baumaschinen, Werkzeug-  und Wohncontainer blockiert sein. Viele Bürger sind jahrelang vom (Haupt-) Ort und den gewohnten Wegen zur Arbeit und zum Einkaufen abgeschnitten. Jahrelang werden die Anlieger durch Bau-Lärm, auch über die normale Arbeitszeit hinaus, teilweise auch nachts, dem Staub und zusätzlichen Baustellenverkehr in der Wohnqualität aufs Schwerste beeinträchtigt sein. Grundstücksausfahrten und Straßenabzweigungen werden über lange Zeit nicht benutzbar sein.
  • Grundwasser, Oberflächenwasser (11): Die willkürliche Zerschneidung  der Landschaft und des Bodens wird, insbesondere wegen des schwer vorauszuberechnenden Verhaltens des Seetons, wichtige Grundwasservorkommen und -ströme in unkontrollierbarer Weise verändern. Diese Grundwasserströme haben für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung eine bedeutende Funktion. Eine Störung des Gleichgewichts kann die Trinkwasserversorgung der Menschen gefährden.                                                                                                                                   Der Feinstaub der Bremsen und sonstiger Abrieb wird über das Oberflächenwasser zu Eintragungen ins Grundwasser führen, die eine Verwendung als Trinkwasser gefährden könnten. Die Pestizide, welche die Bahn für die Sauberhaltung des Gleiskörpers verwendet, gelangen ungehindert in das Grundwasser.
  • Trinkwasser (12): siehe auch Grundwasser, Oberflächenwasser; Bei allen Varianten können Trinkwasserschutzgebiete in Mitleidenschaft gezogen werden. Es gelten die Ausführungen für den Punkt Grundwasser analog.
  • Land- und Forstwirtschaft (15), Boden (14), Flächenverbrauch:  Großflächige und irreversible Versiegelung und Verdichtung der Bodenstruktur. Dadurch entsteht mehr schnelles Oberflächenwasser und die Hochwassergefahr steigt. Unwiederbringlicher Verlust und Beeinträchtigung (geringere Nutzungsmöglichkeit) landwirtschaftlicher Nutzflächen. Damit Existenzbedrohung für viele Landwirte in der Gemeinde.

 

2. Trassen violett, blau mit Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld:

  • Lärm, Staub, Erschütterungen (3): Nach §51 BISchG ist beim Bau von Eisenbahnen sicherzustellen, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen und Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden können. Große Bereiche der dicht bebauten Wohngebiete des Ortes, je nach Trasse entweder 57 ha oder 103 ha, liegen innerhalb des Korridors betroffener Wohnbauflächen mit einem Pegelbereich > 45 dB(A) nachts. Dies betrifft etwa 90 % des Ortes Tattenhausen und alle Weiler im Schallschutzkorridor; dies sind u.a. die Weiler Haslau, Petzenbichl, Mühlbach, Ried, Stolz Ödenhub, Buchrain, Bach, Linden.

          Die zu erwartenden Pegelwerte übersteigen die Grenzwerte der TA Lärm deutlich!

          Die Grenzwerte nach TA Lärm sind.

                                                   tags                       nachts

           Allgemeine Wohngebiete    55 dB(A)                40 dB(A)

           Reine Wohngebiete            50 dB(A)                35 dB(A)

           Schäden an den Häusern wie Risse udgl., die heute schon beklagt werden, nehmen deutlich zu.

 

  • Freizeit und Erholung (5): In vielen Gärten und auf vielen Terrassen der Anlieger, die sehr nahe an der Trasse liegen, wird man sich künftig nicht mehr zum Kaffee-Trinken aufhalten wollen, weil es schlichtweg zu laut ist und die Gespräche bei jedem vorbeifahrenden Zug unterbrochen werden. Damit wird die Wohnqualität erheblich beeinträchtigt. Dies gilt sowohl für die Anlieger an der Verknüpfungsstelle in Großkarolinenfeld als auch die Bürger der Ortschaften und –teile in Tattenhausen und den Ortsteilen und Weilern im  Außenbereichen.               Außerdem werden Fahrradwege und Wanderwege nach Bad Aibling, Kolbermoor und Tuntenhausen zerschnitten. Sie können als fein abgestimmtes Netz nicht mehr in derselben Qualität wieder hergestellt werden.                  Aber auch der massive hässliche Baukörper der Bahntrasse, entweder ein haushoher Bahndamm oder als futuristisches Monster auf Betonsäulen wird den Erholungswert  deutlich reduzieren.                                          Die Wohnqualität gerade für die nahe an der Bahn liegenden Häuser wird sich deutliche verschlechtern. Um sich am Wochenende für ein paar Stunden zu erholen, müssen die Anlieger in die bereits stark frequentierten, teilweise schon überfüllten Naherholungsgebiete in der Umgebung fahren.
  • Siedlung, Wohnen (6): Der Charakter der Bau- und Wohngebiete sowie der Oststeile und Weiler wird sich verändern. Die während der Bauzeit nötigen massiveren und breiteren Straßen werden bleiben. Sie werden das Wesen des Ortes bzw. des ländlichen Raumes erheblich verändern.                                                                  Die VK-Stelle Großkarolinenfeld übernimmt eine bestimmende Funktion und manifestiert die Zerschneidung des Ortes. So dass der aufkeimende Dorfcharakter, den man z.B. durch zentrale Einkaufsmöglichkeiten im Ort und durch die Gestaltung des Ortskerns schafft, wieder zunichte gemacht wird.                                                        Der Bau der Westtangente (B15), die voraussichtlich 2023 eröffnet wird, ist ein zusätzlicher massiver Eingriff. Beide Maßnahmen führen zum Gefühl eingekesselt zu werden.
  • Orts- und Landschaftsbild (13): Der Hauptort und Tattenhausen werden durch die Trasse getrennt. Sowohl die Trassenführung auf einem Damm wie auf Stelzen stellt eine massiven Eingriff in das Landschaftsbild dar. Aufgrund der Topographie, einem stark welligen Geländeverlauf, mit Höhenunterschieden von 25 Metern und mehr müssen die Gleise deutlich über dem Normalniveau verlegt werden. Deshalb werden massive Dammbauwerke entstehen.
  • Sachgüter, Werteverfall der Grundstücke (18): Die Häuser und landwirtschaftlichen Grundstücke werden durch den zusätzlichen Lärm, die Zerstörung der Naherholungsgebiete, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und die Zerschneidung von Grundstücken im Wert erheblich beeinträchtigt.

Die Eigentümer sind in ihrem Recht auf Eigentum, Art. 14 GG beschnitten und behalten sich entsprechende Schadenersatzansprüche vor

 

3. Trasse Türkis mit Verknüpfungsstelle in Ostermüchen:

  • Lärm, Staub, Erschütterungen (3):   Nach §51 BISchG ist beim Bau von Eisenbahnen sicherzustellen, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen und Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden können. Viele einzelnen Ortschaften liegen innerhalb des Korridors (Entfernung 500 Meter) betroffener Wohnbauflächen mit einem Pegelbereich > 45 dB(A) nachts. Dies betrifft alle Ortschaften und Weiler im Schallschutzkorridor. Dies sind Alsterloh, Ametsbichl, Bach, Buchrain, Bichl, Deutelstätt, Ester, Gröben, Gutmart, Haslau, Hilperting, Hohenaich, Hub, Jarezöd, Krabichl, Lehen, Mühlbach, Naglstätt, Ried, Thann, Vogl, Zweckstätt.                                          Die Ortschaften Jarezöd und Hilperting bzw. Teile derselben, ebenso wie Buchrain und Bach, sind sogar weniger als 200 Meter von der Trasse entfernt. Damit entstehen Lärmbelastungen, die noch erheblich weiter über den zulässigen Grenzwerten der TA Lärm liegen.

Die zu erwartenden Pegelwerte übersteigen die Grenzwerte der TA Lärm deutlich und werden zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen!

 

  • Orts- und Landschaftsbild (13):   Viele Ortschaften und Weiler werden vom Hauptort abgetrennt. Die Weiler Buchrain und Bach sind in der Existenz bedroht. Sowohl die Trassenführung auf einem Damm wie auf Stelzen stellt eine massiven Eingriff in das Landschaftsbild dar. Aufgrund der Topographie, einem stark welligen Geländeverlauf, mit Höhenunterschieden von rund 20 Metern und mehr müssen die Gleise deutlich über dem Normalniveau verlegt werden. Deshalb werden massive Dammbauwerke entstehen.
  • Feizeit und Erholung (5):   In vielen Gärten und auf vielen Terrassen der Anlieger, die sehr nahe an der Trasse liegen, wird man sich künftig nicht mehr zum Kaffee-Trinken aufhalten wollen, weil es schlichtweg zu laut ist und die Gespräche bei jedem vorbeifahrenden Zug unterbrochen werden. Damit wird die Wohnqualität erheblich beeinträchtigt.                                                                                                                                       Außerdem werden Fahrradwege und Wanderwege nach Bad Aibling, Kolbermoor und Tuntenhausen zerschnitten. Sie können als fein abgestimmtes Netz nicht mehr in derselben Qualität wieder hergestellt werden.                   Aber auch der massive hässliche Baukörper der Bahntrasse, entweder ein haushoher Bahndamm oder als futuristisches Monster auf Betonsäulen wird den Erholungswert  deutlich reduzieren.                                           Die Wohnqualität gerade für die nahe an der Bahn liegenden Häuser wird sich deutliche verschlechtern. Um sich am Wochenende für ein paar Stunden zu erholen müssen die Anlieger in die bereits stark frequentierten, teilweise schon überfüllten Naherholungsgebiete in der Umgebung fahren.
  • Siedlung und Wohnen (6):   Der Charakter der Ortschaften und Weiler wird sich verändern. Die während der Bauzeit nötigen massiveren und breiteren Straßen werden bleiben. Sie werden das Wesen des Ortes bzw. des ländlichen Raumes erheblich verändern.                                                                                                           Die VK-Stelle Ostermünchen übernimmt eine bestimmende Funktion.

Die Trasse tangiert den Innerortsbereich der Gemeindeteile Jarezöd im Westen und Hilper-ting. Sie führt in einer Entfernung von rund 100 Metern am Ortsrand von Jarezöd bzw. 170 Metern an der Kirche in Hilperting vorbei. Zudem befinden sich eine Vielzahl von Weilern in unmittelbarer Nähe; Alsterloh, Ametsbichl, Bach, Buchrain, Bichl, Deutelstätt, Ester, Gröben, Gutmart, Haslau, Hohenaich, Hub, Krabichl, Lehen, Mühlbach, Naglstätt, Ried, Thann, Vogl, Zweckstätt.

In dem Gebiet zwischen Thann / Jarezöd und Hilperting / Tuntenhausen befindet sich ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet, eine grüne Lunge, die aufgrund des kleingliederigen Wegenetzes und des unverbauten Bergblicks als Naherholungsgebiet häufig von Radfahrern frequentiert wird. Das Wegenetz bietet eine gute Fahrradverbindung in die Stadt Bad Aibling, den Hauptort Großkarolinenfeld und die Gemeinde Tuntenhausen.

 

  • Flächenverbrauch (16): Zwischen Hilperting und Ostermünchen verlaufen die vier Gleise auf 2 Bahntrassen, die in der VK-Stelle Ostermünchen zusammengeführt werden. Dies erzeugt einen unangemessen hohen Flächenverbrauch. Durch die Verlegung der Bestandsstrecke im Bereich Ostermünchen werden weitere Flächen auf dem Gemeindegebiet Großkarolinenfeld in Anspruch genommen.
  • Kulturgut (17): Die Filialkirche Hilpertig stammt aus der Zeit um 1.500 n. Chr. (Kirche romanischer und Chor gotischer Baustil) und befindet sich in 170 Metern Entfernung zur Trasse.
  • Trinkwasser (12): Im Umfeld der Trasse bei Bad Aibling liegt ein Vorranggebiet Wasserversorgung.

 

4. Trassen gelb, oliv mit Verknüpfungsstelle in Aubenhausen:

Für diese beiden Trassen wird auf die Stellungnahme der Anlieger und Nachbarn von Großkarolinenfeld Süd vom 14.07.2020 hingewiesen. Diese Ausführungen werden vollumfänglich unterstützt.

Ebenso wird der Alternativvorschlag voll unterstützt, den die 10 Grundstückseigentümer an der gelben Trasse von Aschach über Hub und Riedhof, Kolberg, Lehen und Rann eingebracht haben. Er bezieht sich auf die Optimierung der gelben Trassen, der „verbesserte Variante Karo West“.

 

Alle Bürger der Gemeinde Großkarolinenfeld sind von den geplanten neuen Bahn Trassen erheblich betroffen. Durch die zu erwartenden Immissionen werden die Bürger in ihren Grundrechten, dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit Art. 2, Abs. 2, und durch den Verlust der Lebensqualität sowie dem damit verbundenen Wertverlust der Häuser und Grundstücke im Recht auf Eigentum, Grundgesetz Art. 14 Abs. 1 massiv verletzt und weisen auf entsprechende Schadenersatzforderungen gem. Art. 14 Abs. 3 GG hin.

Wir bitten Sie die Bedenken und Einwände der Anlieger entsprechend zu würdigen und bei den Überlegungen zu berücksichtigen.

 

 

Großkarolinenfeld, den 12.Juli. 2020

Josef Baumann

Fraktionsvorsitzender der

FW – GBV, Freie Wähler – Großkarolinenfelder Bürgervereinigung

 

Anlage: Übersicht der Gewichtung der Themen pro Trasse vom 10.07.2020

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Raumordnungsverfahren Brenner Nordzulauf

Stellungnahme Großkarolinenfeld Süd - Variante gelb, oliv

 

Großkarolinenfeld, den 14.07.2020

 

Gemeinde Großkarolinenfeld,

Regierung von Oberbayern,

 

als Bürger, die im Süden von Großkarolinenfeld wohnen, sind wir von den geplanten neuen Bahn Trassen, den Varianten gelb und oliv, erheblich betroffen. Durch die zu erwartenden Immissionen werden wir in unseren Grundrechten, dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit Art. 2, Abs. 2 und durch den Verlust der Lebensqualität sowie dem damit verbundenen Wertverlust unserer Häuser im Recht auf Eigentum, Grundgesetz Art. 14 Abs. 1 massiv verletzt und weisen auf entsprechende Schadenersatzforderungen gem. Art. 14 Abs. 3 GG hin.

Aus dem südlich gelegenen Wohngebiet von Großkarolinenfeld, der Kolbermoorer-,  Aiblinger-, Rosenheimer-, Montgelas-, Schultheiss-Gipp-Strasse, dem Theodor-Mayer-Weg und dem Salinenweg sowie der Wendelsteinstraße erreichten uns 33 unterschriebene Meldungen betroffener Anlieger, die damit Ihre Betroffenheit durch die geplanten Trassenverläufe zum Brenner Nordzulauf zum Ausdruck brachten. Diese richten sich im Wesentlichen, wegen der Lage der Häuser und Wohnungen dieser Anlieger, gegen den Verlauf der Varianten gelb und oliv, aber auch Aspekte, die alle Trassen betreffen wurden an uns herangetragen.

 

Anpassung Infrastruktur, Straßen, Wege, Versorgungseinrichtungen, Wasseleitungen (1):

Langjährige und massive Einschränkungen bedrohen die Anwohner, darunter sehr viele Senioren, durch und die Zerstörung der Verkehrswege für den Krankentransport, für Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr.

 

Bauzeit, Bauabwicklung, Umgebundssensibilität (2):

Die lange Bauzeit von ca. 15 Jahren bedeuten Lärm, Staub Schmutz. Aus der lange anhaltenden psychischen und physischen Belastung sind gesundheitliche Spätfolgen für die Menschen zu erwarten.

Die Gewerbe- und Handwerksbetriebe werden durch die Behinderungen des Liefersverkehrs jahrelang beeinträchtigt.

 

Freizeit und Erholung:

Das Naherholungsgebiet, das von der Harthausener Filze im Süden in das Gemeindegebiet von Großkarolinenfeld übergeht, wird im Osten vom Bachlauf der Aschach begrenzt und im Westen von einem Mischwald/ Filze, die mit Wiesen durchsetzt ist. Der Raum ist mit mehreren offenen Gräben durchzogen und wird von Wirtschafts- und Feldwegen erschlossen. In dessen Zentrum befindet sich die Baumschule Ludwig mit einer vielfältigen Vegetation von Sträuchern und Bäumen. Dort ist auch das Brutgebiet des Rotmilans angesiedelt. Diese Wege sind für den öffentlichen Verkehr gesperrt und nur für Anlieger und landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben. Die via Julia kommt über die Harthausener Filze und führt an dem Bachlauf der Aschach entlang, vorbei am Ortsteil Aschach, am Rande des Geländes der Baumschule Ludwig und zweigt dann nach Osten zur Kolbermoorer Straße ab. Von dort führt sie weiter über die Leonhardskapelle und die Felder nach Rosenheim. Diese Route sowie ein weiter westlich verlaufender Wirtschaftsweg, der am Waldrand entlang führt, werden als Verbindung nach Bad Aibling und Ellmosen genutzt sowie als Wanderwege von vielen  Spaziergängern frequentiert.

Das Naherholungsgebiet setzt sich in Richtung Norden, nach Überquerung der Staatsstraße 2078 (Großkarolinenfeld – Bad Aibling) über Riedhof in Richtung Kolberg, Lehen, über Thann, Jarezöd und Hilperting bis nach Tuntenhausen fort.

Die geplanten Bahntrassen oliv und gelb zerschneiden diese grüne Lunge mit ihrem kleinteiligen Wege- und Entwässerungsnetz. Damit wird ein gut funktionierendes, durchgehendes Systems an Wanderwegen und Fahrradrouten zerstört.

Zitat Regionalplan: „Beim Bau einer  Entlastungsstrecke für den Brennerzulauf soll – soweit technisch machbar – eine Tunnellösung angestrebt werden“. Begründung: Der Raum Südostbayern ist besonders im Großraum Rosenheim, Kolbermoor, Bad Aibling sehr dicht besiedelt. (Quelle. Regionalplan RP 18, Erläuterungsbericht DB Bahn AG S. 609).

Die bereits vorhandene sehr dichte Besiedlung und die zu erwartende weitere Verdichtung erfordern den Erhalt wohnortnaher Naherholungsgebiete, wie der oben beschriebene gewachsene Naturraum. Der Süden von Großkarolinenfeld hat sich zu einem reinen Wohngebiet entwickelt, nachdem die letzten landwirtschaftlichen Betriebe, bis auf einen, verschwunden sind. Die Bedürfnisse der Einwohner nach Erholung in der Natur können derzeit noch überwiegend wohnortnah befriedigt werden.  

 

Lärm, Baulärm, Staub, Erschütterungen: Die Variante gelb verläuft in einer Entfernung von 350 bis 400 Metern, Variante oliv sogar noch näher, auf einer Länge von rund 1.500 Metern, nahezu parallel zur Kolbermoorer Straße, bevor sie, einer leichten Kurve folgend, in Richtung Norden auf Lehen und Rann  zielen. Der Süden von Großkarolinenfeld ist ein Siedlungsgebiet, das sich nach dem Verschwinden der letzten landwirtschaftlichen Betriebe, bis auf einen,  zu einem reinen Wohngebiet entwickelt hat. Dieses Gebiet umfasst ein Areal von 64 ha Wohnbaufläche. In diesem Bereich wird nachts ein Lärmpegel von mindestens 45 dB(A) erwartet (Quelle: Erläuterungsbericht, Schallschutztechnische Stellungnahme S. 13,14 Schallschutztechnische Stellungnahme Anhang 3 S. 10). Lt. Bundesimmissionsschutzgesetz, TA Lärm, sind in der Nacht max. 40 dB(A) für allgemeine Wohngebiete  bzw. 35dB(A) für reine Wohngebiete zulässig.

Zur voraussichtlichen Lärmbelastung tagsüber liegen in der lärmschutzrechtlichen Stellungnahme  nur für den Entfernungsbereich von bis zu 300 Metern Angaben vor. Hier wird ein Wert von bis zu 57dB(A) zu erreicht. dieser liegt über dem Grenzwert der TA Lärm von 55dB(A) für allgemeine Wohngebiete bzw. 50 dB(A) für reine Wohngebiete.

Diese Lärmpegel beziehen sich auf eine Frequenz von 74 Zügen während der Nacht. In einem weiteren Szenario wird von 104 Zügen nachts ausgegangen. Dies würde den Lärmpegel während der Nacht um 1,5 dB(A) erhöhen.

 

Es ist festzuhalten, dass sowohl die zu erwartende Lärmbelastung tagsüber als auch nachts  deutlich über den Grenzwerten des Bundesimmissionsschutzgesetzes, der TA Lärm, für allg. Wohngebiete bzw. reine Wohngebiete liegen. Sie würden gesundheitsgefährdende Wirkung entfalten.

Die Gewerbebetriebe (Baumschule Ludwig), die Bauernhöfe sowie die Weiler in Aschach, Hub, Riedhof, Kolberg, Lehen, Rann und Vogl liegen in einer Entfernung von 50 bis 500 Metern zu den Trassen oliv und gelb. Etwa 35 Häuser der äußeren Kolbermoorer Straße liegen in einer Entfernung von rund 200 Metern zur Trasse oliv. In dem 200 Meter-Korridor sind laut der schalltechnischen Untersuchung nachts Dauerschallpegel von > 55 dB(A) und tagsüber > 57dB(A) zu erwarten.  Diese Pegel gelten als gesundheitsgefährdend.

Außerdem sind die Weiler und Siedlungen Jarezöd, Deutlstätt, Hohenaich, Gutmart, Gröben, Ried, Mühlbach, Buchrain, Haslau und Hilperting auch in unmittelbarer Nähe.

Die Grenzwerte nach TA Lärm sind.

                                                   tags                       nachts

           Allgemeine Wohngebiete    55 dB(A)                40 dB(A)

           Reine Wohngebiete            50 dB(A)                35 dB(A)

Quelle: BImSchG, TA Lärm

Etwa 1.500 Bürger wohnen innerhalb eines 1.000 Meter Korridors. Hier ist eine Lärmbelastung von mindestens 45dB(A) nachts zu erwarten. Dieser überschreitet den während der Nacht gültigen Grenzwert erheblich, nämlich 35 dB(A) für reine Wohngebiete bzw. 40 dB(A) für allgemeine Wohngebiete.

Damit ist festgestellt, dass für 1.500 Bürger die Grenzwerte für die nächtliche Lärmbelastung erheblich überschritten sind.

Der Lärm der neuen Bahntrasse entsteht zusätzlich zu dem Lärm, den die neue Westtangente B15 bringen wird, die ab 2023 mit 38 Tsd. Fahrzeugen täglich befahren wird.

Für die Lärmbelastung tagsüber werden leider keine durchgängigen Werte für die verschiedenen Entfernungsbereiche angegeben. Deshalb ist eine umfängliche Bewertung und abschließende Beurteilung diesbezüglich nicht möglich. Lediglich für die Entfernung bis 300 Metern. Dort ist von einem Pegel von 57 dB(A) auszugehen. Die Grenzwerte der TA Lärm liegen bei 55 dB(A) für allg. Wohngebiete bzw. 50 dB(A) für reine Wohngebiete. Dem Erläuterungsbericht ist zu entnehmen, dass bei Pegeln von über 55 dB(A) tagsüber, außerhalb des Hauses, mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen ist und bei Überschreitung von 57 dB(A) sind gesundheitliche Folgen nicht auszuschließen.

 

Landschaftsbild (15)

Im beschriebenen süd-, westlichen Ortsteil besteht bereits eine erhebliche Vorbelastung durch die bestehende Bahntrasse Salzburg - München, die weiter genutzt wird. Die neue Westtangente (B15), die sich gerade im Bau befindet, führt am östlichen Rand des Gemeindegebietes entlang. Sie verläuft von der Kreuzung der Kreisstraße nach Rosenheim, bei Öllerschlössel, entlang des Keferwaldes über das staatliche Versuchsgut, die „Moorkultur“ bis zur Stadtgrenze von Kolbermoor auf einer Länge von ca. 3 Kilometern in offener Bauweise. Sie wird voraussichtlich 2022 fertiggestellt und es werden dann rund 38 Tsd. Fahrzeuge täglich darüber rollen. Die geplante Bahntrasse, gelb und oliv, soll nun zusätzlich, ebenfalls in offener Bauweise, in einer Höhe von 5 bis 10 Metern und einer Länge von 4 bis 5 Kilometern am westlichen Rand des Gemeindegebietes  von Großkarolinenfeld entlang führen.

Jedes der beiden Bauwerke, die neue Westtangente, B15, am Rande des Gemeindegebietes und die neue Bahntrasse quer durch das Gemeindegebiet stellen einzeln bereits jeweils eine erhebliche Belastung dar. Ortsteile und zur Gemeinde gehörende Splittersiedelungen werden abgeschnitten.

Deshalb muss für die neue Bahntrasse im Rahmen des Raumordnungsverfahrens eine alternative Trasse gefunden werden, so wie dies vom Raumordnungsgesetz als ein mögliches Ergebnis des Verfahrens,  vorgesehen ist, ROG §15 (1).

 

Orts- und Raumentwicklung (13):

Der Süden von Großkarolinenfeld bietet, auf eine längere Zeitschiene betrachtet, noch gute Möglichkeiten der Entwicklung für eine vielschichtige, kleingliederige Wohnbebauung. Die Bebauung im Norden von Großkarolinenfeld stösst bereits an die Gemeindegrenze zu Schechen. Im Süd-, Osten, zur neuen Westtangente der B15, ist es ratsam, für die Wohnbebauung einen (Respekts-) Abstand einzuhalten, um sich nicht den entstehenden Immissionen auszusetzen. Somit ist der Süden der Gemeinde prädestiniert dafür, den Ort, falls Bedarf besteht, hier weiter zu entwickeln.

Die geplante Bahntrasse verbaut für die Gemeinde unwiederbringlich die zukünftige Möglichkeit sich Richtung Süden organisch weiter zu entwickeln.

 

Schutzgebiete (9):

Das Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Bad Aibling wird tangiert und möglicherweise die Trinkwasserversorgung der Bürger gefährdet. Es werden seltene nicht wieder herzustellende Moorgebiete mit besonderen Pflanzenarten zerstört. Das vorhandene Moor. Durch den Bau der Trasse werden die Moore geöffnet, Zwischen-, bzw.  Endläger entstehen und es wird ein massiver CO2 Ausstoss hervorrufen (Widerspruch zu Klimazielen!). Der CO2 Ausstoss wird sich über die gesamte Bauzeit fortsetzen und erst beendet sein, wenn das Moor wieder verschlossen wird.

Das Moor als besonderer Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten wird unwiederbringlich zerstört.

 

Grundwasser (12):

Der Boden und Untergrund von der südlichen Gemeindegrenze bis zur Staatsstraße 2078 besteht überwiegend aus Seeton. Darunter befinden sich umfangreiche Grundwasservorkommen. Aus diesen Erdschichten werden u.a. die Hofbrunnen der Weiler Aschach und Riedhof gespeist. Diese Wasservorkommen bilden ein System zusammen mit der Wasserversorgung der Stadt Bad Aibling, der Gemeinde Großkarolinenfeld sowie der Notversorgung der Stadt Rosenheim. Ein unkontrolliertes Zerschneiden könnte verheerende Folgen auf die Aufrechterhaltung der Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung haben. Die Grundwasser-Neubildung wird durch die Verbauung und die Verdichtung der Böden im Umfeld der Trasse verhindert. Damit sinkt der Grundwasserspiegel und die Regeneration der Trinkwasservorkommen lässt nach.

Außerdem wird der Bremsenstaub über das Oberflächenwasser zu Eintragungen ins Grundwasser führen, die eine Verwendung als Trinkwasser gefährden könnten.

 

Oberflächenwasser (11):

Durch die zusätzliche Versiegelung von rund 25 bis 50 ha Fläche auf der geplanten Trasse erhöht sich das Aufkommen von schnellem Oberflächenwasser insbesondere bei Stark-Regen. Die Verdichtung der Böden durch Baumaschinen auf einer weiteren Fläche von rund 100 ha führt zum Verlust der Eigenschaft derselben, schnelles Oberflächenwasser aufzunehmen und zu speichern. Die neben der der Bahntrasse fließende Aschach wird erheblich mehr schnelles Oberflächenwasser bekommen, das  nicht schnell genug abfließen kann. Damit steigt die Gefahr von Hochwasser für die umliegenden Gebäude erheblich an und sogar die Kreisstraße nach Bad Aibling wird häufiger überflutet an.

 

Tier- und Pflanzenwelt (10):

Das eingangs beschriebe Naherholungsgebiet umfasst eine Fläche rund 100 ha, etwa 1/5-tel wird als Baumschule genutzt, etwa 1/3-tel als Wald und etwa die Hälfte wird landwirtschaftlich genutzt. Das Gebiet bildet den Lebensraum einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, Rotmilan, Wanderfalke, Kautz, Schwarzstorch, Bussard, Fledermäuse und Zugvögel. Diese werden künftig keine Lebensräume mehr finden. Zudem bildet der Raum eine grüne Lunge und hat eine wichtige Funktion für den CO² Haushalt. 

„Rettet die Bienen“, mit dem Bau der Trasse wird das nicht gelingen, weil eine Vielzahl des Nahrungsangebotes zerstört.

 

Boden (14): Der Untergrund, der aus Moor bzw. Seeton besteht hat nur eine sehr geringe und wechselhafte Tragfähigkeit, die sich ständig verändert und schwer zu berechnen ist. Über Jahre hinweg ergeben sich immer wieder unvorhersehbare Senkungen, die die Funktionsfähigkeit des Gleiskörpers beeinträchtigen( sicherheitsrelevant!). Diese konnte man am Autobahnzugringer Anschlussstelle Kolbermoor West bereits nach 2 Jahren beobachten. Sie führte zu einer senkung der Fahrbahn, die infolge erneuert werden musste.

 

Landwirtschaft (15):

Für einen großen Teil der Bürger stellt auch die Sorge um die Existenzsicherung der Landwirte einen wichtigen Aspekt dar. Wie die aktuelle Pandemiesituation zeigt, müssen systemrelevante Produkte, wozu Lebensmittel zu zählen sind regional produziert und verarbeitet werden können. Deshalb sind der enorme, unwiederbringliche Flächenverbrauch, die Zerschneidung der Felder, die Entstehung kleiner unwirtschaftlicher Parzellen und die Zerstörung des landwirtschaftlichen Entwässerungssystems sowie der Feldwege zu verhindern.

 

Wertverfall der Grundstücke und Häuser (16):

Die Wohnhäuser der Unterzeichner liegen an der Kolbermoorer Straße Hs. Nr. 36c bzw. 55a und befinden sich in einer Entfernung von rund 300 Metern zur geplanten gelben Trasse. Der zu erwartende zusätzliche Lärm , die Zerstörung des Naherholungsgebietes entlang der Aschach und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch den geplanten Bahndamm in 5 bis 10 Metern Höhe  führen zum Verlust der Wohnqualität und zur Entwertung der Immobilien. Durch den  Bau der gelben Trasse wird der Marktwert diese beiden Häuser, die hier stellvertretend für die Häuser vieler Anlieger stehen, erheblich sinken. Pro Haus ist mit einem Verlust des Verkehrswertes von rund 300 Tsd. € zu rechnen. Diese Immobilien sind teilweise finanziert bzw. für die Altersvorsoge eingeplant. So dass auch diese wirtschaftlichen Folgen zu berücksichtigen.

Durch die anhaltenden Erschütterungen, welche von den Zügen ausgehen, werden in dem Seeton-Boden Bewegungen hervorgerufen, die zu Schäden an den Gebäuden führen.

Die Eigentümer behalten sich vor, entsprechende Regressansprüche geltend zu machen.

 

Kulturelles Erbe (17):

Die Evangelische Kirche unserer Gemeinde wurde 1822 als erste ev. Kirche von Königin Karolinen von Bayern erbaut.

Wir Bürger blicken mit großer Sorge auf die von unseren Vorfahren gegründete Gemeinde.  Die Siedlungen sind über Generationen teilweise unter hohen persönlichen Einsatz entstanden. Die Kleingliedrige Infrastruktur, durchzogen mit vielen kleinen wasserführenden Gräben, ist eingebettet in ein abwechslungsreiches Ensemble aus Wälder, Sträuchern, Wiesen; Feuchtgebieten. Sie bildet einen einzigartigen Lebensraum mit hohem Erholungswert für die Bürger.

Viele Bürger treibt auch die Verantwortung für die Zukunft, für die folgenden Generationen und für die „Hinterlassenschaften“ unserer Generation um. Unsere Generation ist im Gange einen wichtigen Lebensraum dem Wirtschaftswachstum und dem Kapitalismus unwiederbringlich zu opfern. Im Gegensatz zu einem neuen Flughafen in Berlin, den der Berliner Bürger nutzen kann ist für die Bürger unserer Gemeinde aus der neuen Bahn Trasse weder ein direkter noch ein indirekter Nutzen vorhanden.

 

 

Alternativvorschlag zur Trasse gelb und oliv für den Bereich zwischen der Gemeindegrenze zu Bad Aibling bis zum Ortsteil/Weiler Rann:

Wir stehen in engem Kontakt mit den betroffenen Grundstückeigentümern in Aschach, Riedhof, Lehen und Rann und kennen deren Ansinnen und das Schreiben an die Gemeinde, für den Fall der Realisierung der gelben Trasse, deren Verlauf weiter nach Westen in den westlich angrenzenden Wald, die Filze zu verschieben. Wir unterstützen die Verschiebung der Trasse, weil damit auch einem großen Teil unserer Einwände abgeholfen werden könnte.

Wir bitten Sie, unsere Bedenken und die Einwände der Anlieger der Anlieger genau zu prüfen und abzuwägen. Eine Realisierung der Planungen in der vorgelegten Form wären für uns eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität verbunden mit einem Wertverlust der Immobilien und eine zum Teil unzumutbare Beeinträchtigung für die Gesundheit der Anwohner.

 

Mit freundlichen Grüßen

Für die Anlieger und Nachbarn von Großkarolinenfeld Süd

(Kolbermoorer-, Rosenheimer-, Aiblingerstraße)

Anna Neumüller – Josef Baumann

 

Anlagen: Meldung der Anlieger und Nachbarn